Damals Mitte der Siebziger begann es ganz harmlos als „Goldfink Zupf – Sing - und Pfeif Oktafit“. Doch was als musikalisches Folklore Trio startete, bekam eine ungeahnte Eigendynamik:
Die Konzerte entwickelten sich schnell zu Treffs für Bürgerinitiativen, Schmuckverkäufer, Räucherstäbchendealer, Müsliproduzenten, politische Aktivisten, die ganze Palette der sich entwickelnden alternativen Szene.
Es rumorte im Weschnitztal, man nahm nicht mehr alles einfach so hin. „Goldfink“ wurde zum musikalischen Sprachrohr dieser Bewegung. Mittlerweile war der Name kürzer, die Haare länger und das ursprüngliche Trio mit Schlagzeug und Sänger zum Quintett geworden.
Mit ihrer Mischung aus „Odenwälder Landrock“, deutschen kritischen Texten und Covertiteln progressiver Interpreten wie Bob Dylan oder Country Joe McDonald – er protestierte scharf gegen den Vietnamkrieg – vermischten die Goldfinken Ernst und Spaß und trafen den Nerv der Zeit. Die Turnhallen in Reichelsheim, Fürth, Fahrenbach oder Birkenau waren proppevoll und so manches Konzert entwickelte sich zu einer wilden Party.
Anfang der 80er löste sich die Gruppe auf. 2009, wo so viele der kritischen alten Texte leider wieder aktuell werden, gibt es ein Goldfink Revival Konzert an historischer Stätte, der TV Halle in Fürth. Am Sa, 18.4. um 20 Uhr werfen sich die alten Recken Thias, Adax, Armin, Pi und Eddy wieder in die Latzhosen, ziehen die Palestinensertücher aus dem Schrank und rocken ab wie sellemols.